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Schlaglicht-Rundgang: Söldner, Reissäckler, Pensionenherren

26
Mai2021
Schlaglicht-Rundgang: Söldner, Reissäckler, Pensionenherren
Soeldner_Reissäckler_Pensionenherren_Ausstellung_NidwaldnerMuseum_Foto Christian Hartmann
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Auf einem dialogischen Rundgang führt Jürg Spichiger, Kurator, durch die Ausstellung und gewährt einen Einblick in die für diese Region prägende Thematik.
Jürg Spichiger, Kurator aus Bern, zeichnet sich verantwortlich für die aktuelle Wechselausstellung "Söldner, Reissäckler, Pensionenherren - Ein Innerschweizer Beziehungsnetz". Auf einem dialogischen Rundgang führt er durch die Ausstellung und gewährt einen Einblick in die für diese Region prägende Thematik. In den Schlaglicht-Rundgängen erörtern und kommentieren Expertinnen und Experten aus der Kunst oder dem kulturhistorischen Bereich Themen und Objekte aus den Ausstellungen des Nidwaldner Museums. Ihre Sichtweisen eröffnen neue Perspektiven auf die Exponate.

Vom 15. bis 19. Jahrhundert schickte die Schweiz als grösster Lieferant von Kriegsdienstleistern schätzungsweise 1,5 Millionen Soldaten in die Dienste verschiedener europäischer Mächte. Auch zahlreiche Nidwaldner folgten dem Lockruf der Anwerber und für den strukturschwachen Bergkanton bildeten die Fremden Dienste jahrhundertelang eine elementare Einnahmequelle. Dennoch waren diese Kriegsdienste auch immer wieder umstritten und sind es bis heute.

Für die bäuerlich geprägte und zumeist in ärmlichen Verhältnissen lebende Nidwaldner Bevölkerung stellte der Solddienst als Form der Arbeitsmigration einen Ausweg aus der Not dar. Doch auch angesehene Nidwaldner Persönlichkeiten beteiligten sich am Geschäft mit dem Krieg und vermochten oftmals davon zu profitieren. So beteiligte sich der spätere Eremit Konrad Scheuber im 16. Jahrhundert an Feldzügen ins Tessin und nach Italien. Der katholische Reformer Melchior Lussy erlangte als Oberst in venezianischen Diensten durch den Bezug von Pensionsgeldern grossen Reichtum. Diesen nutzte er unter anderem dazu, neben anderen Liegenschaften das Winkelriedhaus in Stans zu erwerben und zu einem repräsentativen Wohnhaus im Stile der Renaissance auszubauen. Im 19. Jahrhundert gelangte der als „Borneo Louis“ bekanntgewordene Louis Wyrsch als Mitglied holländischer Kolonialtruppen gar bis nach Südostasien, dort engagierte er sich auf Borneo als Militär- und Zivilkommandant beim Aufbau der kolonialen Infrastruktur. Die Wechselausstellung folgt Einzelschicksalen von Innerschweizern in Fremden Diensten und beleuchtet in diesem Kontext Fragen der wirtschaftlichen Verhältnisse und Möglichkeiten.

Der Kurator Jürg Spichiger aus Bern – der unter anderem auch die Dauerausstellung „Mutig, trotzig selbstbestimmt – Nidwaldens Weg in die Moderne“ im Salzmagazin konzipiert hat – zeichnet sich verantwortlich für die Schwerpunkte und Inhalte dieser Ausstellung.

Weitere Begleitveranstaltungen zur Ausstellung, organisiert vom Nidwaldner Museum und dem Historischen Verein Nidwalden unter: www.hvn.ch und auf der Homepage.

Gut zu wissen

Datum
Mittwoch, 26. Mai 2021 18:30
Lokalität
Nidwaldner Museum Salzmagazin
Stansstaderstrasse 23
6370 Stans
Preis
CHF 7.00 / CHF 4.00
Kontakt
Nidwaldner Museum
Mürgstrasse 12
6371 Stans
041 618 73 40
Homepage
http://www.nidwaldner-museum.ch
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Veranstaltungsort

Nidwaldner Museum Salzmagazin
Stansstaderstrasse 23
6370 Stans